Gratis-Download des Monats

Kostenlose Leseprobe - Diesen Monat:

Gratis-Formular Jahresgespräch -

So sind Sie optimal vorbereitet 

Warum Ihre Firma als Arbeitgeber eine Marke sein muss

Prof. Dr. Christoph Beck
Prof. Dr. Christoph Beck

Prof. Dr. Christoph Beck ist seit 2000 Professor an der University of Applied Sciences in Koblenz im Fachbereich Betriebswirtschaft für das Lehrgebiet Human Resource Management verantwortlich. Daneben leitet er das Institut für Personalmanagement und Arbeitsrecht, veranstaltet den jährlichen Recruiting Convent, die Insider- Jahrestagung für Recruiter und ist mehrfacher Buchautor. Seine Schwerpunkte bilden die Themen Employer Branding, Recruitment und E-Recruitment.

„Für diese Firma möchte ich gerne arbeiten“

VOR (sicherführen - erfolgreich leiten und motivieren in der Praxis): Herr Dr. Beck, warum ist es für Unternehmen wichtig, eine starke Arbeitgebermarke zu schaffen?

Prof. Dr. Christoph Beck: Durch die Konjunktur und die demografische Entwicklung in Deutschland bedingt, erleben wir einen quantitativen und qualitativen Fach- und Führungskräftemangel. Das führt dazu, dass sich zunehmend die guten Bewerber die Unternehmen aussuchen können und nicht umgekehrt.

Dies bedeutet, dass sich die Firmen zum einen bei der relevanten Zielgruppe bekannt machen und zum anderen für ihre Zielgruppen als Arbeitgeber attraktiv sein müssen.

Um dieses zu erreichen, gilt es, eine möglichst starke Arbeitgebermarke aufzubauen, das heißt die Profilierung und Positionierung des eigenen Unternehmens als Arbeitgeber auf den relevanten Zielmärkten, verbunden mit der Zielsetzung, ein unverwechselbares Vorstellungsbild als attraktiver Arbeitgeber in der Wahrnehmung seiner internen und externen Zielgruppen (künftigen, potenziellen, aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern) zu realisieren.

Athentisches und unverwechselbares Image

Demnach muss die Employer Brand ein eigenständiges, authentisches, unverwechselbares, einzigartiges mit Bedeutung versehenes Arbeitgeberbild aufweisen. Dieses Image sollte durch Klarheit und Benefits ebenso überzeugen wie durch Qualität, Glaubwürdigkeit, Loyalität, Sympathie und Vertrauen.

Nur eine starke Arbeitgebermarke und die damit verbundenen realen Gegebenheiten führen dazu, dass auch künftig die richtigen Mitarbeiter gewonnen werden, die eigenen Mitarbeiter gehalten und ehemalige Mitarbeiter wieder gewonnen werden können.

VOR: Wie entsteht ein positives Arbeitgeberimage, so dass Mitarbeiter sagen: „Für diese Firma möchte ich gerne arbeiten“?

Prof. Dr. Christoph Beck: Ein positives Arbeitgeberimage entsteht durch eine Vielzahl von authentischen aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen – in der Personalbeschaffung ebenso wie im Hinblick auf Arbeitszeit, Entgeltpolitik und Personalentwicklung.

Diese werden dann in Summe von den künftigen und derzeitigen Arbeitnehmern als attraktiv wahrgenommen und im besten Fall auch erlebt werden. Das so gestaltete Nutzenbündel muss dann bei den relevanten Zielgruppen bekannt gemacht und zielgruppenorientiert kommuniziert werden.

Ein positives Arbeitgeberimage entsteht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein kontinuierlicher Aufbauprozess. Hinzu kommt, dass für den künftigen Recruiting-Erfolg nicht das Arbeitgeberimage alleine ausschlaggebend für eine positive Entscheidung des Bewerbers ist, sondern auch das jeweilige Branchen- und Standortimage.

Unternehmens-, Produkt- und Arbeitgeberimage müssen zusammenpassen

VOR: Das heißt, das Markenimage und die Arbeitgebermarke müssen zusammenpassen? Schlägt sich diese Integration dann auch in Stellenanzeigen nieder (z. B. Porsche: „Bei uns sitzt der Motor hinten und das Zündschloss links. Und was machen Sie anders als alle anderen?“)?

Prof. Dr. Christoph Beck: Ja, das Unternehmens-, Produkt- und Arbeitgeberimage müssen unbedingt zusammenpassen. Dies sollte sich nicht nur in der Stellenanzeige, sondern bei allen verwendeten Kommunikationsinstrumenten, z. B. der HR-Homepage, dem Messestand, den Unternehmensvideos, den Blogs und der PR niederschlagen.
Wichtig ist, dass das Image in den Köpfen der Zielgruppe entsteht. Deshalb kommt den emotionalen, affektiven und kognitiven Informationen der Kommunikationsmaßnahmen eine besondere Aufmerksamkeit zu.

VOR: Wie gelingt es darüber hinaus, das Unternehmen auch nach innen zu einer echten Marke zu machen?

Prof. Dr. Christoph Beck: Employer Branding steht für einen Prozess im Unternehmen, der die Arbeitgeberattraktivität nach innen und außen in den Mittelpunkt stellt. Eine ausschließliche Fokussierung nach außen wäre weder zielführend noch nachhaltig. Außerdem gilt es zunehmend auch, die derzeitigen Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter wird ja auch dazu führen, dass gute Mitarbeiter verstärkt umworben oder abgeworben werden oder auch von sich aus Wechselbereitschaft zeigen, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber nicht zufrieden sind. Daher sind Unternehmen gut beraten, eine starke Arbeitnehmermarke aufzubauen.

VOR: Herr Dr. Beck, wir danken Ihnen für dieses Interview.

Mehr zum Thema "Arbeitgeberimage" lesen Sie in "sicherführen - erfolgreich leiten und motivieren in der Praxis" (VOR).

 

Die besten Tipps für Vorgesetzte per E-Mail


Hier finden Sie wertvolle Tipps zum Thema

  • Mitarbeiterführung,
  • Mitarbeitermotivation,
  • Konfliktmanagement,
  • Kommunikation,
  • Karriere und Personalarbeit

speziell für Abteilungsleiter, Bereichsleiter oder Teamleiter.

 


© Sicher · gut · beraten
Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG