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3 Fragen an Prof. Dr. Gertrud Höhler über Unfairness, positive Unternehmenskultur und die Tabuisierung von Unfairness

1993 legte Prof. Dr. Gertrud Höhler ihre Professur nieder, um als Unternehmensberaterin und freie Publizistin zu arbeiten. In der Öffentlichkeit wurde Gertrud Höhler u. a. durch ihre Beraterfunktion für Politiker wie Helmut Kohl und Dieter Althaus bekannt.

1. Welche Ursachen hat Unfairness? Wie kann eine faire Unternehmenskultur geschaffen werden?

„Man muss die Reihenfolge der Phänomene herausfinden, Misstrauenskulturen (Menschen belauern einander) entstehen, wo der Starke (= Führung) kein Vertrauen gibt. Jeder ist verlassen, jeder kämpft gegen jeden. Marktdruck, Angst, kriegerische Stimmung:Sie alle können auf realen Misserfolgen des Unternehmens beruhen, auf Selbstüberschätzung oder auf Führungsungeduld. Wer zu schnell zuviel will, wählt die falschen Mittel, um Menschen anzutreiben.

Er erreicht das Gegenteil von Motivation. Festhalten am Gewohnten ist die tägliche Gefährdung von uns allen. Eine große Versuchung, weil das Gewohnte bequem ist und vertraut. Wer Innovation will, muss andere Sicherheitsquellen aufschließen:

Das wechselseitige Vertrauen ist die zuverlässigste Sicherheitsquelle. Damit wagt man sich auch ins stürmische Wetter des Wandels.“

2. Wie vermeidet man, dass unfaire Akteure erfolgreich mit ihren Attacken sind?

„Natürlich durch standfeste Kollegen, generell aber durch die Führung. Der Mut, Fairness-Verfehlungen dem Chef zu melden, entsteht nur, wenn man wissen kann, dass Aufrichtigkeit belohnt wird. Wo das nicht der Fall ist, sollte man schnellstens die Flucht ergreifen - nicht ohne diese Begründung als Mahnung an das Unternehmen zu hinterlassen.“

3. Warum herrscht in deutschen Unternehmen eine Tabuisierung der Unfairness?

„Weil jeder, der solche Tiefschläge erleidet, sich dafür schämt. Man will nicht Opfer sein, weil man Unterlegenheit zugeben muss, wenn man diese Opfergeschichte erzählt. Dass diese Unterlegenheit keine Schande, sondern oft ein Zeichen überlegener Grundsätze ist, muss dem Verletzten und Entmutigten erst erklärt werden. Verschärfend wird die Siegerkultur, in der wir leben: Wer sich nicht durchsetzt, gleichviel mit welchen Mitteln, gilt als Versager. Wer bei Regelübertretungen nicht erwischt wird, kann als Held gefeiert werden. Wer zu rechtschaffend war, um ganz nach vorn zu kommen, der erntet Geringschätzung.“

Verinnerlichen Sie sich daher folgende Merksätze: Halte Dich nie bei Menschen auf, die Deine Leistung nicht schätzen. Halte Dich nie bei Menschen auf, die Du selbst nicht schätzen kannst. Sie werden auch Dich nicht schätzen. Verlasse jedes Spielfeld, wo die Regelverletzung Beifall findet. Du wirst dort immer unterliegen.

 

Weitere Infomationen zum Thema Unternehmenskultur und Fairness finden Sie in "sicherführen - erfolgreich leiten und motivieren in der Praxis".

 

 

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